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Saatgutbibliothek – eine Bibliothek für Samen

Die Saatgutbibliothek – eine Bibliothek für Samen

Zunächst ist es gut zu wissen, dass die Erstellung einer Saatgutbibliothek keinen festen Regeln folgen muss. Der Stand und das Vorgehen können individuell gestaltet werden. Auch der bestmögliche Zeitpunkt zum Start des Projekts ist unterschiedlich. Diese Anleitung beschränkt sich auf zusammengetragene Informationen und Gespräche zwischen unseren Kund*innen und dem OCLC-Support.

Saatgutbibliothek heißt, dass Saatgut an einem bestimmten Standort zur Ausleihe bereitsteht und man dort eine Auswahl aus verschiedenen Samen findet. Im Sinne der Nachhaltigkeit soll die Sortenvielfalt erhalten werden.

In einer Saatgutbibliothek erhalten Interessierte einige Samen einer Sorte, säen diese auf ihrem Balkon oder in ihrem Garten aus und bauen die Pflanzen an. Nach dem Ernten werden die Samenkörnchen getrocknet, z.B. auf einem beschrifteten Küchenpapier.
Diese bringen sie wieder in die Bibliothek zurück. Wer die Sorte mag, kann natürlich einen Teil des Saatguts behalten. Wichtig ist nur, dass so viele Samen wie möglich wieder in die Saatgutbibliothek zurückgebracht werden. So kann ein Bestand auch für das kommende Jahr bereitgestellt werden.

Prinzipiell geht das mit allen Nutz- oder auch Zierpflanzen. Jedoch müssen die Sorten samenfest sein. Das bedeutet, die aus dem Saatgut gewonnenen Pflanzen haben die gleichen Eigenschaften wie die Elternpflanzen, zum Beispiel die gleiche Form, Größe oder den gleichen Geschmack. Samenfestes Saatgut lässt sich selbst vermehren. Gezüchtetes Hybridsaatgut – erkennen Sie an dem Zusatz "Hybrid" oder "F1" – diese eignen sich nicht. Denn hier besitzt nur die erste Generation gleichförmige Eigenschaften. Die folgenden Generationen haben völlig andere Merkmale oder keimen nicht.

Saatgutbibliothek aufbauen

  1. Nehmen Sie sich Zeit für dieses Projekt.
  2. Finden Sie einen geeigneten Platz in Ihren Bibliotheksräumen.
  3. Tragen Sie Saatgut zusammen, dazu gibt es mehrere Möglichkeiten:
  • Anhand eines Budgets und/oder nach Geldspenden werden genau die Samen gekauft, die verbreitet werden sollen.
  • Sie rufen zu Saatgutspenden auf. Das kann erfolgreich sein, bedarf aber einer größeren Vorlaufzeit, die richtige Saison und ausreichend Aufrufe, dass die Bürger*innen auch von der Aktion mitbekommen.
  • Erkundigen Sie sich bei Initiativen, Kleingärtnervereinen und Unternehmen und starten zusätzlich öffentliche Aufrufe.

Saatgut verpacken

Lagern Sie Samen kühl und trocken. Zur Ausleihe bieten sich kleine Tüten an. Das (vermehrte) Saatgut kann in selbstgefaltete Samentütchen verpackt werden. Besonders nachhaltig ist es, eigene Samentüten aus altem Zeitungspapier zu falten. Anleitungen gibt es in vielen Büchern oder im Internet.

Zur Präsentation, ist eine einheitliche Beschriftung empfehlenswert. Beispielsweise kann auf die Vorderseite der Tüte ein Etikett mit der Gemüseart und auf der Rückseite ein Barcode geklebt werden.

 Tipp: Nutzen Sie Ihre alten Karteikarten-Möbel! Mit einem Upcycling sind nicht nur das Saatgut, sondern auch deren Aufbewahrung richtig nachhaltig.
Ansonsten bieten sich Teekisten, Besteckschubladen, kleine Regale o.ä. an. Für die Präsentation in der Fahrbücherei können auch schöne Holzkisten angefertigt werden (rutschsicher, passgenau und mobil – eine Art Bauchladen, der auch gut bei Veranstaltungen aufgestellt werden kann).

Wie viel Saatgut wird benötigt?

Die Mengen, die für eine Saatgutbibliothek benötigt werden, sind nicht so einfach vorrätig. Rechnen Sie daher damit, dass bereits mit einer Vorlaufzeit von 1-2 Jahren das Saatgut erst entsprechend vermehrt und aufgebaut werden muss.

Pflanzen nehmen unterschiedlich viel Platz weg und liefern auch sehr unterschiedliche Erntemengen.
Bedenken Sie dies bei der Überlegung, wieviel Samen Sie in ein Tütchen füllen.

Wie funktioniert die Saatgutbibliothek?

  • Ausleihen
  • Neue Samen zurückbringen
  • Spenden

Eine Entleihung in einer Saatgutbibliothek meint in diesem Fall, dass die Erträge des Saatgutes in Form von neuen Samen wieder in den Kreislauf der Saatgutbibliothek zurückgebracht werden sollen. Überschüssige Samenerträge werden gespendet.

Wie verwalten Sie Ihr Saatgut in BIBLIOTHECA?

Drei Vorschläge zum Saatgut-Tausch

I.  Ausleihe auf Vertrauensbasis
II. Ausleihe auf ein Gesamtkonto
III. Individuelle Ausleihe auf Leserkonten

I. Ausleihe auf Vertrauensbasis

Sie können je Sorte einen Katalogsatz mit entsprechenden Exemplaren (Samentütchen) anlegen. Die Samentütchen werden dann als Präsenzbestand (Exemplarstatus) erfasst. Alternativ wird kein Katalogeintrag angelegt.

Die Ausleihe erfolgt auf Vertrauensbasis - es wird soviel Saatgut genommen, wie benötigt - eine Verbuchung findet nicht statt.
Der große Vorteil bei dieser Variante ist der wenige Verwaltungsaufwand für das Bibliothekspersonal. Der Aufbau der Saatgutbibliothek erfolgt mit der Nutzungs-Gemeinschaft und der Hoffnung, dass jede*r einen Beitrag leistet.
Eine statistische Auswertung ist manuell möglich, indem die Anzahl der Saatgut-Exemplare mit einer Inventurzählung verglichen wird.

II. Ausleihe auf ein Gesamtkonto

Wir empfehlen Ihnen je Sorte einen Katalogsatz mit entsprechenden Exemplaren (Samentütchen) anzulegen. Um dem Saatgut Konditionen zuzuordnen, kann zuvor über Einstellungen > Registerpflege > Werte eine eigene Mediengruppe angelegt werden. Ergänzend wären auch eine eigene Zweigstelle und / oder Benutzergruppe möglich.

Hierzu wird ein internes Leserkonto für die Verbuchung angelegt. Die Samentütchen werden als verfügbare Exemplar erfasst.

Über das Einstellungsmodul können gesonderte Konditionen festgelegt werden.
Beispielsweise ist eine deutlich höhere Leihfrist in Kombination mit der Mediengruppe (Benutzergruppe, Zweigstelle) Saatgut, z.B. für 9 Monate empfehlenswert.
Vergeben Sie diese unter unter Einstellungen > Konditionen > Weitere Konditionen > Hinzufügen > Leihfristen > LFLF-Leihfrist.
Bedenken Sie bitte in diesem Zusammenhang auch

  • Verlängerungsmöglichkeiten
  • Säumnis- und Mahngebühren
  • Mahnfristen

Erfahrungsgemäß werden Samenbestände unentgeltlich angeboten, das bedeutet, entsprechende Gebühren müssten auf 0 gesetzt werden.

Jede Ausleihe wird auf das interne Leserkonto verbucht.
Über die (unentgeltliche) Mahnung nach Ablauf der Leihfrist wird das Bibliothekspersonal aufmerksam gemacht und kann über die rechte Mausfunktion in der F6-Kontoansicht des internen Bibliothekskontos die überfälligen Exemplare zurückbuchen bzw. mit der Funktion Makulieren (Verlust) die Exemplare zurückbuchen und gleichzeitig makulieren.

Der Vorteil mit dem internen Konto liegt in der besseren statistischen Auswertung (Bestand und Anzahl Ausleihen) sowie der leichten Rückbuchung/Makulierung. Eine Nachverfolgung von Saatgut-Entleihern ist nicht notwendig. Auch hier gilt das Vertrauensprinzip.
Außerdem sind die Konditionen für ein Leserkonto nicht ganz so umfangreich.

III. Individuelle Ausleihe auf Leserkonten

Wir empfehlen Ihnen je Sorte einen Katalogsatz mit entsprechenden Exemplaren (Samentütchen) anzulegen. Um dem Saatgut Konditionen zuzuordnen, kann zuvor über Einstellungen > Registerpflege > Werte eine eigene Mediengruppe angelegt werden. Ergänzend wären auch eine eigene Zweigstelle und / oder Benutzergruppe möglich.

Die Samentütchen werden als verfügbare Exemplare erfasst.

Über das Einstellungsmodul können gesonderte Konditionen festgelegt werden.
Beispielsweise ist eine deutlich höhere Leihfrist in Kombination mit der Mediengruppe (Benutzergruppe, Zweigstelle) z.B. für neun Monate empfehlenswert.
Vergeben Sie diese unter unter Einstellungen > Konditionen > Weitere Konditionen > Hinzufügen > Leihfristen > LFLF-Leihfrist.
Bedenken Sie in diesem Zusammenhang bitte auch

  • Verlängerungsmöglichkeiten
  • Säumnis- und Mahngebühren
  • Mahnfristen
  • max. Anzahl Ausleihen

Erfahrungsgemäß werden Samenbestände unentgeltlich angeboten, das bedeutet, entsprechende Gebühren müssten auf 0 gesetzt werden.

Jede Ausleihe wird auf das individuelle Leserkonto verbucht.
Über die (unentgeltliche) Mahnung nach Ablauf der Leihfrist werden der / die Saatgutentleiher*innen an ihre Ausleihe erinnert. Bei einer "Rückgabe" von neuem Saatgut werden über die rechte Mausfunktion in der F6-Kontoansicht des Leserkontos die ausgeliehenen Samen (Exemplare) zurückgebucht bzw. mit der Funktion Makulieren (Verlust) direkt zurückgebucht und gleichzeitig makuliert.

Der besondere Vorteil bei der Verbuchung auf Leserkonten liegt in der Kommunikation, also im Gespräch mit den Nutzer:innen zu bleiben und sich über Erfahrungen auszutauschen. Mit dem Anlegen eines eigenen zusätzlichen Feldes im Leserkonto (siehe weitere Informationen) bietet sich hier sogar an, gezielt Veranstaltungsinformationen zum Thema Saatgutbibliothek oder Aufrufe zu Samenspenden per E- Mail zu versenden.
Über die Konditionen lassen sich nicht nur Fristen und Gebühren regeln, sondern ggf. auch eine Anzahl auf Saatgutentleihungen pro Leserkonto einschränken.
Die statistischen Auswertungen sind bei dieser Variante am besten (Bestand, Anzahl Ausleihen geziehlt nach Benutzergruppen, Alterstufen, Anzahl der Leser usw.). Wie unter Punkt zwei ist die Rückbuchung/Makulierung unkompliziert. Eine Nachverfolgung von Saatgut-Entleihern ist hier möglich.

 Achtung: Bitte beachten Sie, dass nach jeder Änderung im Einstellungsmodul das Programm an allen Arbeitsplätzen einmal komplett geschlossen und BIBLIOTHECA neu gestartet wird.

Weitere Informationen

Zusätzliches Feld nutzen

In BIBLIOTHECA können Sie individuelle zusätzliche Felder anlegen und nutzen.
Öffnen Sie dazu das Modul Einstellungen > Registerpflege > Zusätzliche Felder. Wählen Sie hier unter Tabelle = Benutzer und tragen Sie unter Felder den Begriff Saatgutbibliothek ein. Klicken Sie auf hinzufügen.
Die Grundeinstellungen lassen Sie einfach unverändert auf Typ Zeichen. Beenden Sie die Anwendung und starten Sie BIBLIOTHECA an jedem Arbeitsplatz neu.
Im Modul Ausleihe sehen Sie nun in den Benutzerdaten auf der Registerkarte Weitere das neue zusätzliche Feld.
Bei einem Nutzer oder Interessent der Saatgutbibliothek können Sie das Feld anklicken, in die zugehörige Zeile J oder Ja eintragen und speichern.

Über die Benutzerrecherche unter Verbuchung  > Benutzer >  Ändern können zusätzliche Felder (nach der Werteingabe, z.B. Ja) durchsucht werden. Die Trefferliste bietet Ihnen verschiedene Möglichkeiten, z.B. Versand von Emails (vorausgesetzt, dass in den Leserdaten der Emailversand aktiviert ist).

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