Erklärung zur Barrierefreiheit: BIBLIOTHECA OPEN (ab Version 12)
Erklärung zur Barrierefreiheit
OCLC verpflichtet sich zu inklusivem Design und dazu gehören barrierefreie Produkte für alle. Wir sind bestrebt, die Barrierefreiheit unserer Produkte zu verbessern und dabei die Stufen A und AA der WCAG-Richtlinien für barrierefreie Webinhalte (WCAG 2.2) einzuhalten.
Funktionen und bekannte Möglichkeiten
Wer moderne Benutzeroberflächen nutzt, die entweder ganz neu sind oder frühestens 2020 umfassend aktualisiert und zur Veröffentlichung freigegeben wurden, sollte die Möglichkeit haben:
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den Großteil der Inhalte mit einem Screenreader wiederzugeben,
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die Anzeige um bis zu 200 % zu vergrößern, ohne dass Inhalte verloren gehen,
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das Gerät zu wechseln oder die Ausrichtung zu ändern, ohne dass Inhalte oder Funktionen verloren gehen,
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Hilfstechnologien, wie Tastaturen und Spracherkennungssoftware, für die Navigation zu verwenden.
Im Folgenden werden die Teile des OPEN benannt, die nicht vollständig barrierefrei sind. Diese Aufzählung können Sie für Ihre Erklärung zur Barrierefreiheit nutzen. Bitte beachten Sie, dass Sie nur die Teile aufzählen müssen, die Sie auch tatsächlich in Ihrem OPEN verwenden (optional sind z.B. Google reCAPTCHA, Cover-Karussell, TagCloud).
Elementare Barrieren
Google reCAPTCHA
Betroffene WCAG-Richtlinien
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1.1.1 Nicht-Text-Inhalte (A)
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2.1.1 Tastatur (A)
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1.4.3 Kontrast (Minimum) (AA)
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3.3.2 Beschriftungen oder Anweisungen (AA)
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2.5.8 Zielgröße (Minimum) (AA)
Bekannte Barrieren
Das Google reCAPTCHA schließt Menschen mit Behinderungen aus, da es verschiedene Hürden aufbaut:
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Für blinde und sehbehinderte Menschen: Die Google Audio-reCAPTCHAs sind schwer verständlich und selbst für Menschen ohne Hörbeeinträchtigung schwierig lösbar.
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Für fehlsichtige Menschen: Bildrätsel können bei fehlsichtigen Personen zu Problemen führen, da Details oft schwer erkennbar sind. Auch Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen haben Schwierigkeiten mit den oft unklaren visuellen Aufgaben.
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Für Menschen mit motorischen Einschränkungen: Präzise Klicks und die Navigation zwischen verschiedenen Bildkacheln können schwierig sein.
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Für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen: Komplexe Anweisungen und Zeitdruck bei der Lösung stellen zusätzliche Barrieren dar.
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Die vermeintlich "einfache Checkbox" fällt bei assistiven Technologien oft auf schwer zugängliche Alternativaufgaben zurück, während technische Barrieren wie Iframe-Isolation Screenreader zusätzlich behindern.
Dynamisches Buchcover-Karussell
Betroffene WCAG-Richtlinien
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1.1.1 Nicht-Text-Inhalte (A)
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2.1.1 Tastatur (A)
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2.2.2 Pausieren, Beenden, Ausblenden (A)
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1.4.3 Kontrast (Minimum) (AA)
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2.4.3 Fokus-Reihenfolge (AA)
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2.4.7 Fokus sichtbar (AA)
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2.4.11 Fokus nicht verdeckt (Minimum) (AA)
Bekannte Barrieren
Das derzeitige dynamische Buchcover-Karussell weist folgende Hürden auf:
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Für blinde und sehbehinderte Menschen: Die Canvas-basierte Implementierung macht Inhalte für Screenreader unzugänglich. Assistive Technologien können weder Texte noch Navigationsstrukturen erkennen.
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Für Menschen mit motorischen Einschränkungen: Die fehlende Stopp-Funktion und die Beschleunigung bei Mouse-Hover erschweren die Bedienung. Ein unsichtbarer Tastaturfokus erschwert zudem die Navigation und Orientierung.
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Für Menschen mit vestibulären Störungen: Die kontinuierliche Bewegung ohne Pausenmöglichkeit kann Schwindel und Desorientierung auslösen.
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Für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen: Ständig wechselnde Inhalte ohne Kontrollmöglichkeit erschweren das Erfassen der Informationen.
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Sehende Tastaturbenutzer: Die parallel zum Karussell-Canvas eingebundene Screenreader-only Variante ist für sehende Tastaturbenutzer nicht zugänglich.
TagCloud
Betroffene WCAG-Richtlinien
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1.4.3 Kontrast (Minimum) (AA)
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2.1.1 Tastatur (A)
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2.2.2 Pausieren, Beenden, Ausblenden (A)
Bekannte Barrieren
Die TagCloud schließt Benutzer mit Seh- oder motorischen Einschränkungen sowie sehende Tastaturbenutzer aus.
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Tastaturnavigation: Canvas-basierte Elemente sind nicht über die Tastatur erreichbar und es gibt keine Fokus-Indikatoren für interaktive Elemente. Die parallel eingebundene Screenreader-only Variante ist für sehende Tastaturbenutzer nicht zugänglich.
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Mausbedienung: Die permanente Rotation der TagCloud ohne Stopp-Option erschwert das präzise Anklicken. Die Bewegung ändert Richtung und Geschwindigkeit beim Hovern – dies ist eine Barriere für motorisch eingeschränkte Benutzer. Erst beim Hover eines einzelnen Tags stoppt die Bewegung.
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Farbkontrast: Der Farbkontrast einiger Tags erfüllt nicht die Barrierefreiheits-Anforderungen nach WCAG 2.1.
Markup Standards
W3C-Validierungsfehler
Betroffene WCAG-Richtlinien
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4.1.1 Syntaxanalyse (A)
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4.1.2 Name, Rolle, Wert (A)
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1.3.1 Info und Beziehungen (A)
(Betroffene Seiten: Trefferliste, Detailanzeige, Mein Konto inkl. Dialoge)
Bekannte Barrieren
Invalider HTML-Code kann zu unvorhersagbarem Verhalten oder unzugänglichen Inhalten führen. Assistive Technologien wie Screenreader sind auf eine korrekte HTML-Syntax angewiesen, um Inhalte richtig zu interpretieren und Nutzern mit Einschränkungen zugänglich zu machen.
(Dynamische) Statusmeldungen
Betroffene WCAG-Richtlinien
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4.1.3 Statusmeldungen (AA)
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3.3.1 Fehlererkennung (A)
Bekannte Barrieren
Statusmeldungen sind für assistive Technologien wie Screenreader teilweise nicht zugänglich. Auch für sehende Benutzer sind Meldungen nicht immer barrierefrei, da teils unzureichende Farbkodierungen verwendet werden.
Strukturelle Auszeichnung
Hierarchische Überschriften
Betroffene WCAG-Richtlinien
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1.3.1 Info und Beziehungen (A)
(Betroffene Seiten: Login-Seite / Überschrift ‚Benutzeranmeldung‘)
Bekannte Barrieren
Es fehlt die semantische Auszeichnung des Titels "Benutzeranmeldung" als Überschrift zweiter Ebene (<h2>).
Formularfelder ohne sichtbare Labels
Betroffene WCAG-Richtlinien
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3.3.2 Beschriftungen oder Anweisungen (A)
(Betroffene Seiten: Erweiterte Suche – Eingabefelder und Dropdowns)
Bekannte Barrieren
Sehende Nutzer, insbesondere Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, können Eingabefelder ohne sichtbare Beschriftungen möglicherweise nicht eindeutig zuordnen und wissen nicht, welche Informationen erwartet werden.
Hinweis: Da der Kontext in der Erweiterten Suche relativ eindeutig ist, wird diese Barriere als moderat eingestuft
Lokalisierungsfehler
Betroffene WCAG-Richtlinien
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3.1.1 Sprache der Seite (A)
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3.3.2 Beschriftungen oder Anweisungen (A)
(Betroffene Seiten: Erweiterte Suche - Sprachfilter-Modul, Zweigstellenauswahl, Medienauswahl)
Bekannte Barrieren
Die Sprachfilter in der erweiterten Suche zeigen Sprachen immer mit deutscher Bezeichnung an ("Deutsch", "Englisch", "Französisch"), auch wenn die Portal-Oberfläche auf eine andere Sprache eingestellt ist.
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Nicht deutschsprachige Nutzer: Können die Sprachoptionen möglicherweise nicht verstehen oder zuordnen.
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Für Screenreader-Nutzer: Assistive Technologien lesen deutsche Begriffe mit falscher Aussprache vor, wenn die Seitensprache z.B. auf Englisch eingestellt ist.
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Kognitive Verwirrung: Der Sprachwechsel innerhalb der Benutzeroberfläche irritiert und erschwert die Navigation.
Google Maps iFrame
Betroffene WCAG-Richtlinien
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1.3.1 Info und Beziehungen (A)
(Betroffene Seiten: Trefferliste, Detailanzeige, Mein Konto inkl. Dialoge)
Bekannte Barrieren
Nutzer assistiver Technologien können den eingebetteten Google Maps iFrame nicht identifizieren oder seinen Zweck verstehen, da beschreibende Attribute fehlen. Dies verhindert den Zugang zu den Karteninformationen, obwohl Google Maps selbst Accessibility-Features bietet.
Navigation und Bedienung
Linkzweck
Betroffene WCAG-Richtlinien
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2.4.4 Linkzweck (AA)
(Betroffene Stelle: Benutzername-Link im Header bei eingeloggtem Benutzer)
Bekannte Barrieren
Der Benutzername-Link mit dem Attribut „Profil anzeigen" im Header bei eingeloggtem Benutzer ist irreführend, da der Link das gesamte Benutzerkonto mit Ausleihen, Vormerkungen und Merkliste öffnet, und nicht nur das Profil mit den persönlichen Daten.
Tastaturfokus bei Tabellensortierung
Betroffene WCAG-Richtlinien
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1.3.1 Info und Beziehungen (A)
(Betroffene Seiten: Mein Konto - Reiter Ausleihen und Vormerkungen)
Bekannte Barrieren
Bei der Sortierung von Tabellenspalten per Tastatur springt der Fokus aus der Tabelle heraus, wodurch Tastatur- und Screenreader-Nutzer den Zusammenhang zur Sortieraktion verlieren.
Autofill-Funktion
Betroffene WCAG-Richtlinien
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1.3.5 Eingabezweck identifizieren (AA)
(Betroffene Seiten / Dialoge / Module: Login, Neuanmeldung, Passwort ändern, Persönliche Daten, Feedback)
Bekannte Barrieren
Es fehlen Autocomplete-Attribute bzw. die Autofill-Unterstützung bei der Eingabe von persönlichen Daten. Menschen mit motorischen Einschränkungen, kognitiven Beeinträchtigungen oder Lernschwierigkeiten haben Schwierigkeiten beim wiederholten manuellen Eingeben von persönlichen Daten. Autofill reduziert die erforderlichen Tastenanschläge und Gedächtnisleistung erheblich.
Wichtiger Hinweis zum Kontext: OPEN unterstützt derzeit bewusst keine Autofill-Funktionen für sensible Daten, da das System auch an öffentlichen Bibliotheksterminals genutzt wird, wo eine automatische Datenspeicherung ein Sicherheitsrisiko für die Endnutzer darstellen würde
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